Was ist Arbeitssucht (Workaholismus)
Arbeitssucht – auch Workaholismus genannt – ist ein suchtartiges Verhaltensmuster, bei dem Arbeit zum zentralen Lebensinhalt wird, selbst wenn Gesundheit, Beziehungen und Lebensqualität darunter leiden. Betroffene arbeiten nicht mehr aus Freude oder Notwendigkeit, sondern weil sie nicht aufhören können. Workaholismus gilt als eigenständige Verhaltenssucht mit messbaren psychischen und körperlichen Folgen.
Was bedeutet Arbeitssucht für Führungskräfte?
In Führungspositionen ist Arbeitssucht besonders tückisch: Übermäßige Arbeit gilt als Tugend, als Zeichen von Engagement und Verantwortungsbewusstsein. Wer 60 Stunden pro Woche arbeitet, wird selten hinterfragt – eher bewundert. Dabei ist die Grenze zwischen hohem Engagement und Workaholismus entscheidend. Engagement ist selbstbestimmt. Arbeitssucht ist getrieben – von innerem Zwang, Kontrollbedürfnis oder der Angst, nicht zu genügen.
Merkmale von Arbeitssucht
- KontrollverlustKontrollverlust ist für Führungskräfte mehr als ein ... – du kannst nicht abschalten, auch wenn du willst
- Entzugserscheinungen – Unruhe, Reizbarkeit oder Schuldgefühle beim Nichtstun
- Vernachlässigung – Beziehungen, Gesundheit und Freizeit treten dauerhaft zurück
- Fortführung trotz Konsequenzen – das Muster hält an, selbst wenn Warnsignale klar erkennbar sind
Arbeitssucht in der Praxis
Ein Geschäftsführer antwortet um 23 Uhr auf E-Mails, arbeitet im Urlaub durch und bezeichnet das als Leidenschaft. Gleichzeitig schläft er schlecht, ist gereizt und hat das Gefühl, nie wirklich fertig zu sein. Die Warnsignale sind sichtbar – aber werden wegerklärt. Was frühe Zeichen von Erschöpfung bedeuten, zeigt der Artikel Burnout-Warnsignale für Manager.
Abgrenzung: Arbeitssucht vs. hohes Engagement
Nicht jede lange Arbeitswoche ist Workaholismus. Entscheidend ist das Motiv: Wer aus innerem Antrieb und Freude arbeitet und bewusst abschalten kann, ist engagiert. Wer aus Zwang, Angst oder zur Vermeidung innerer Leere arbeitet und sich beim Nicht-Arbeiten schuldig fühlt, zeigt suchtartige Muster. Der Unterschied liegt nicht in der Stundenanzahl, sondern in der inneren Freiheit. Die Forschung zur Arbeitssucht – u. a. die Bergen Work Addiction Scale – bestätigt: Verhaltenssucht ist eine klinisch relevante Diagnose mit klaren Kriterien. Wie du Grenzen wieder lernst, zeigt der Beitrag Grenzen setzen als Selbstführung. Den umfassenden Rahmen bietet der Burnout-Guide für Führungskräfte.
Arbeitssucht ist behandelbar – aber sie braucht zuerst BewusstseinWer unbewusst führt, reagiert statt zu gestalten. Was .... Wenn du erkennst, dass Arbeit mehr als Beruf geworden ist, ist das der erste Schritt. Kostenfreies Orientierungsgespräch buchen – 30 Minuten, kein Verkaufsgespräch.