Was ist das DRAMMA-Modell
Das DRAMMA-Modell ist ein wissenschaftliches Rahmenwerk aus der Erholungsforschung, das sechs Faktoren beschreibt, die Freizeitaktivitäten tatsächlich erholsam machen: DetachmentDetachment bedeutet die psychologische Distanzierung vo... (psychologisches Abschalten), Relaxation (Entspannung), Autonomy (Selbstbestimmung), Mastery (Kompetenzerleben), Meaning (Sinnhaftigkeit) und Affiliation (soziale Verbindung). Das Modell erklärt, warum identische Aktivitäten für manche Menschen erholend wirken – und für andere nicht.
Was bedeutet das DRAMMA-Modell für Führungskräfte?
Viele Führungskräfte investieren Zeit in Freizeit, ohne wirklich zu erholen – weil die falschen Faktoren aktiviert werden. Wer abends Mails checkt, verliert Detachment. Wer aus Pflichtgefühl Sport treibt, verliert Autonomy. Das DRAMMA-Modell macht Erholung messbar und steuerbar: Du kannst gezielt analysieren, welche Elemente in deiner Freizeitgestaltung fehlen – und warum du nach dem Wochenende trotzdem müde bist.
Die 6 Faktoren des DRAMMA-Modells
- Detachment – psychologisches Abschalten: Arbeit loslassen, nicht nur physisch abwesend sein
- Relaxation – bewusste Entspannung ohne Leistungsanforderung oder Bewertungsdruck
- Autonomy – Selbstbestimmung: eigene Freizeitgestaltung nach eigenen Regeln, nicht nach Erwartungen anderer
- Mastery – Kompetenzerleben: Herausforderungen außerhalb der Arbeitsrolle meistern (Sport, Handwerk, Kunst)
- Meaning – Sinnhaftigkeit: Aktivitäten, die als bedeutsam und wertvoll erlebt werden
- Affiliation – echte soziale Verbindung: Qualitätszeit mit Menschen, die man wirklich mag
DRAMMA-Modell in der Praxis
Ein Vertriebsleiter verbringt seine Wochenenden mit Golfspielen – vermeintlich Erholung. Aber: Er spielt immer mit Geschäftspartnern (kein Detachment), fühlt sich unter Druck zu performen (kein Relaxation), und die Runden sind verpflichtend (keine Autonomy). Das DRAMMA-Modell erklärt, warum er montags nicht erholt zurückkommt. Die biologischen Grundlagen, auf denen echte Erholung aufbaut, erklärt der Beitrag Resilienz: Atmung, Schlaf, Bewegung.
Abgrenzung: DRAMMA-Modell vs. klassische Erholungsmodelle
Ältere Erholungsmodelle (etwa das Effort-Recovery-Modell von Meijman & Mulder) fokussieren primär auf die Abwesenheit von Belastung als Erholungsbedingung. Das DRAMMA-Modell geht weiter: Echte Erholung ist nicht passiv, sondern aktiv gestaltet. Es reicht nicht, aufzuhören zu arbeiten – Erholung braucht positive Erlebnisse in mehreren Dimensionen gleichzeitig. Wie du ResilienzResilienz bedeutet die Fähigkeit, unter Druck handlung... Mehr durch gezielte Erholungsgestaltung aufbaust, zeigt der Beitrag Resilienz-Coaching: Flexibilität und Stärke. Die Originalforschung zum DRAMMA-Modell stammt von Jessica de Bloom et al. (Journal of Happiness Studies, Springer).
Das DRAMMA-Modell ist kein Selbstoptimierungstool – es ist ein Diagnoseinstrument. Wenn du verstehst, welche der sechs Dimensionen in deinem Alltag fehlen, kannst du gezielt gegensteuern. Self-Leadership gibt dir den Rahmen, diese Erkenntnisse in konkretes Verhalten zu übersetzen. Wenn du das Gefühl hast, dass Erholung bei dir nicht mehr ankommt: Kostenfreies Orientierungsgespräch buchen – 30 Minuten, keine Zusage.