Fake Work

Was ist Fake Work

Fake Work bezeichnet Tätigkeiten, die Arbeitsaufwand erzeugen und Beschäftigung signalisieren, aber keinen messbaren Beitrag zu den eigentlichen Zielen einer Organisation leisten. Der Begriff stammt aus dem gleichnamigen Buch von Brent Peterson und Gaylan Nielson und beschreibt ein in vielen Unternehmen verbreitetes, strukturell gedecktes Phänomen – kein Versagen einzelner Mitarbeiter, sondern ein Organisationsproblem.

Was bedeutet Fake Work für Führungskräfte?

Führungskräfte sind von Fake Work doppelt betroffen: als Verursacher und als Betroffene. Wer zu viele Meetings einberuft, Reports anfordert, die niemand liest, oder Prozesse einführt, die niemand hinterfragt, produziert Fake Work im Team. Gleichzeitig sind Führungskräfte selbst oft in sinnentleerten Aktivitäten gefangen – strategische Dokumente, die in Schubladen verschwinden, oder Abstimmungsrunden, die nichts abstimmen. Das Problem: Fake Work fühlt sich nach Arbeit an. Es erschöpft, ohne zu nützen. Einen Gegenentwurf bietet das Konzept der wertebasierten Führungsentscheidungen.

Typische Formen von Fake Work

  • Meeting-Inflation – Besprechungen ohne klares Ziel, Ergebnis oder Entscheidungsbefugnis
  • Report-Überproduktion – Daten aufbereiten, die nie für Entscheidungen genutzt werden
  • Pseudo-Strategie – Workshops und Offsite-Arbeit, die keine operative Konsequenz hat
  • Compliance-Theater – Prozesse, die nach innen sichtbar machen, dass man „es richtig macht“

Fake Work in der Praxis

Ein Unternehmen führt wöchentliche Statusmeetings ein. Nach einem Jahr stellt niemand mehr die Frage, warum. Die Meetings erzeugen Berichte, die Berichte erzeugen Folgemeetings. Das Team ist beschäftigt, aber die eigentlichen Prioritäten geraten ins Hintertreffen. Wer Fake Work erkennen will, braucht eine einfache Frage: Würde dieses Element fehlen, wenn wir morgen alles streichen, das nicht direkt zu unseren Kernzielen beiträgt? Wenn die Antwort Nein ist, ist es Fake Work. Wie Führungskräfte strukturell mehr Klarheit gewinnen, zeigt der Self-Leadership Guide.

Abgrenzung: Fake Work vs. Quiet Quitting

Fake Work ist kein individuelles Rückzugsverhalten wie Quiet Quitting. Beim Quiet Quitting zieht sich eine Person bewusst auf das Mindestmaß zurück. Fake Work hingegen ist oft kollektiv und unbewusst – Teams sind subjektiv fleißig, tun aber systematisch Dinge, die keinen Wert schaffen. Fake Work kann in hochengagierten Teams entstehen, die schlecht ausgerichtete Prioritäten haben.

Wenn du das Gefühl hast, dein Team arbeitet viel – aber kommt nicht voran –, lohnt sich ein ehrlicher Blick auf die Prioritäten. Kostenfreies Orientierungsgespräch buchen – in 30 Minuten entsteht oft mehr Klarheit als nach einem langen Meeting.

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