Selbstverschleiß

Was ist Selbstverschleiß

Selbstverschleiß bezeichnet den schleichenden Prozess, bei dem Führungskräfte ihre eigenen physischen, mentalen und emotionalen Ressourcen systematisch aufbrauchen – ohne ausreichende Regeneration, ohne Grenzen, ohne rechtzeitiges Gegensteuern. Selbstverschleiß ist keine plötzliche Erschöpfung, sondern ein kumulativer Prozess über Monate oder Jahre. Er endet häufig in Burnout, psychosomatischen Erkrankungen oder dem abrupten Rückzug aus der Führungsrolle.

Was bedeutet Selbstverschleiß für Führungskräfte?

Das Tückische am Selbstverschleiß: Er fühlt sich lange wie Engagement an. Wer immer verfügbar ist, immer liefert, immer mehr gibt als erwartet – der gilt als stark. In Wirklichkeit baut er ein Defizit auf, das sich nicht durch Urlaub ausgleichen lässt. Selbstverschleiß ist oft an ein bestimmtes Selbstbild gekoppelt: „Ich halte durch.“ „Andere brauchen mich.“ „Wenn nicht ich, wer dann?“ Diese Überzeugungen machen das Muster besonders schwer zu durchbrechen.

Typische Muster des Selbstverschleißes

  • Permanente Verfügbarkeit – keine Grenzen zwischen Arbeits- und Erholungszeit
  • Vernachlässigung körperlicher Signale – Schmerzen, Schlafstörungen, Erschöpfung werden ignoriert oder medikamentös überbrückt
  • Verzögerte Regeneration – Erholung wird immer wieder auf später verschoben
  • Identifikation mit Leistung – Selbstwert ist direkt an Output geknüpft, Pausen fühlen sich wie Versagen an

Selbstverschleiß in der Praxis

Ein Unternehmer berichtet: Er hat zehn Jahre lang auf Vollgas gearbeitet. Kein freies Wochenende, kein echter Urlaub, keine Nacht ohne gedankliche Arbeit. Mit 48 Jahren macht ihn ein Hörsturz zu zwei Wochen Zwangspause. Der Körper hat geliefert, was er nicht freiwillig bekommen hat. Selbstverschleiß ist kein Zeichen von Stärke – es ist die Quittung für fehlende Selbstfürsorge. Was frühe Warnsignale sind, zeigt der Beitrag Erschöpfung bei Führungskräften – die wichtigsten Warnsignale. Warum Selbstverschleiß oft mit Leistungsidentität zusammenhängt, beschreibt der Burnout-Guide für Führungskräfte.

Wissenschaftliche Grundlagen zu chronischer Selbstausbeutung und ihren Folgen bietet die Literaturdatenbank PubMed der National Library of Medicine.

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