Was ist Situatives Führen
Situatives Führen bedeutet, den eigenen Führungsstil flexibel an die Reife, Erfahrung und aktuelle Situation der Mitarbeitenden anzupassen – statt einen einzigen Stil starr durchzuziehen. Je nach Aufgabe und Entwicklungsstand entscheidet die Führungskraft, ob sie anweist, überzeugt, einbindet oder delegiert. Das Konzept geht auf das Modell von Hersey und Blanchard zurück und gilt als Kernkompetenz moderner, situativ angepasster Führung.
Was bedeutet Situatives Führen für Führungskräfte?
Viele Führungskräfte greifen unbewusst immer auf denselben Stil zurück – meist den, mit dem sie selbst geführt wurden oder der ihnen am meisten Kontrolle gibt. Situatives Führen verlangt das Gegenteil: eine bewusste Einschätzung, was die jeweilige Person in dieser Situation wirklich braucht. Das erfordert Beobachtungsgabe, Flexibilität und die Bereitschaft, die eigene Rolle immer wieder neu zu justieren, statt sich auf ein bewährtes Muster zu verlassen.
Die vier Stile des situativen Führens
- Dirigieren – klare Anweisungen bei geringer Erfahrung oder unter Zeitdruck
- Trainieren – Anleitung mit Erklärung, wenn Motivation da ist, aber Kompetenz fehlt
- Unterstützen – Mitentscheiden lassen, wenn Kompetenz vorhanden, aber Sicherheit fehlt
- Delegieren – Verantwortung übergeben, wenn Kompetenz und Motivation hoch sind
Situatives Führen in der Praxis
Eine erfahrene Mitarbeiterin übernimmt ein neues, komplexes Projekt. Statt ihr wie gewohnt volle AutonomieWas ist Autonomie Autonomie bezeichnet die Fähigkeit u... Mehr zu geben, erkennt die Führungskraft, dass in diesem konkreten Fall noch Unsicherheit besteht – und wechselt kurzfristig in einen unterstützenden Stil, bevor sie wieder delegiert. Genau diese Wechselfähigkeit unterscheidet situatives Führen von starren Führungsdogmen. Mehr zur Basis dieser Flexibilität liefert der Beitrag zur Führungsrolle im Self-Leadership-Coaching.
Abgrenzung: Situatives Führen vs. Wertebasierte Führung
Wertebasierte FührungWertebasierte Führung bedeutet, Entscheidungen, Verhal... Mehr beschreibt, wonach eine Führungskraft ihre Entscheidungen ausrichtet – an inneren Prinzipien und Überzeugungen, wie im Beitrag zu wertebasierter Führung und Entscheidungen erläutert. Situatives Führen beschreibt dagegen das Wie: welcher Stil im konkreten Moment angemessen ist. Beide Konzepte schließen sich nicht aus – im Gegenteil, situatives Führen funktioniert am glaubwürdigsten, wenn es auf einer stabilen, wertebasierten Grundlage steht, wie sie auch im Authentic Leadership Guide beschrieben wird.
Situatives Führen ist erlernbar, verlangt aber ehrliche Selbsteinschätzung: Wo greifst du reflexhaft zum immer gleichen Stil, obwohl die Situation etwas anderes braucht? Wenn du diese Frage für dich klären willst, hilft ein kostenfreies Orientierungsgespräch – 30 Minuten, um deinen Führungsstil ehrlich zu reflektieren.