Was ist Präsentismus
PräsentismusPräsentismus ist teurer als Absentismus – und wird i... bezeichnet das Phänomen, zur Arbeit zu erscheinen, obwohl man körperlich krank, psychisch erschöpft oder aus anderen Gründen nicht arbeitsfähig ist. Im Gegensatz zum Absentismus – dem Fernbleiben trotz Arbeitsfähigkeit – ist Präsentismus die subtilere und kostspieligere Form des Produktivitätsverlusts. Studien zeigen: Er verursacht mehr wirtschaftlichen Schaden als Krankheitsausfälle.
Was bedeutet Präsentismus für Führungskräfte?
Führungskräfte sind vom Präsentismus doppelt betroffen: als Betroffene und als Vorbilder. Wer krank ins Büro kommt oder erschöpft Meetings abhält, signalisiert dem Team – unbewusst, aber wirkungsvoll –, dass PräsenzDu bist im Meeting – aber nicht wirklich da. Was Prä... wichtiger ist als Gesundheit. Diese Botschaft setzt sich in der Teamkultur fest. Gleichzeitig verringert Präsentismus die Entscheidungsqualität erheblich: Erschöpfte Führungskräfte treffen schlechtere Entscheidungen, reagieren gereizter und verlieren den strategischen Blick.
Ursachen und Merkmale des Präsentismus
- Angst vor StatusverlustStatusverlust trifft Führungskräfte härter als erwar... – Abwesenheit wird als Schwäche oder mangelndes Engagement interpretiert
- Unersetzlichkeitsglaube – die Überzeugung, dass ohne die eigene Präsenz alles zusammenbricht
- Organisationskultur – implizite Normen, die Anwesenheit über Leistung stellen
- Fehlende Erholungsräume – keine Strukturen, die Regeneration ermöglichen oder erlauben
Präsentismus in der Praxis
Ein Bereichsleiter kommt nach einer Woche mit hohem Fieber ins Büro, weil eine wichtige Präsentation ansteht. Er schleppt sich durch den Tag, macht drei Fehler in der Folie, vergisst eine Abstimmung und lässt sein Team im Stich – nicht weil er nicht will, sondern weil Präsentismus systematisch Fehler produziert. Der Burnout-Guide für Führungskräfte zeigt, wie chronischer Präsentismus zur Vorstufe des Zusammenbruchs wird.
Präsentismus und seine Kosten
Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) schätzt, dass Präsentismus die volkswirtschaftlichen Kosten durch Produktivitätsverluste auf ein Vielfaches der Kosten durch Krankmeldungen treibt. Das Paradoxe: Wer trotz Erschöpfung arbeitet, braucht anschließend deutlich länger zur Erholung. Kurze Pausen – strategische Regeneration – sind produktiver als das Durchhalten. Wie das in der Praxis gelingt, zeigt der Artikel zu Resilienz durch Schlaf, Atmung und Bewegung.
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